Heimatverein Affalterthal e.V.  

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FT vom 3.5.78 Affalferthaler gründeten einen Bürgerverein

Großer Abschied von der Selbständigkeit. Bürgermeister Deuerlein Ehrenbürger.

Affalterthal. (fis). Ein großes Gemeindefest feierten die Bürger von Affalterthal am Sonntag, nachdem die Gemeinde zum 1. Mai aufgehört hat zu existieren. Dicht gedrängt saßen die Bürger im großen Festzelt, um Ihrem Bürgermeister Hans Deuerlein, der der Gemeinde zwölf Jahre vorstand, und den Gemeinderäten einen würdigen Abschied zu bereiten. Als Gäste hatten sich stellvertretender Landrat Paul Lachmayer, Pfarrer Weiler, Hauptmann Egon Trump von der Bundeswehrpatenkompanie sowie die Bürgermeister Hacker uns Gößweinstein und Ziegler aus Bieberbach eingefunden.

Als historischen Tag bezeichnete Bürgermeister Deuerlein diesen Abschluss einer  Gemeindegeschichte,  den  man mit allen Bürgern und Freunden von Affalterthal begehen wolle.   Klage führte er über die „diktatorische Gebietsreform in einer Zeit der Demokratie“. An höherer Stelle würde die Leistungsfähigkeit der kleinen Gemeinde unterschätzt. Es sei nicht leicht, aufzugeben. Deuerlein ermahnte seine Bürger, auch weiterhin den Gemeinschaftsgeist zu bewahren.

Der Bürgermeister verabschiedete seine Räte mit Ehrenurkunde und Bierkrug. Gemeindesekretärin Heidi Förtsch erhielt zusätzlich einen Blumenstrauß. Seinem Zweiten Bürgermeister Hans Prütting bescheinigte er Arbeitsgeist und Sparsinn. Altbürgermeister Konrad Bernhard wurde für seine Tätigkeit als Wasserwart und für seine langjährige Arbeit als Oberhaupt der Gemeinde ausgezeichnet.

Gemeindediener Hans Hafner verlas dann, ausgestattet mit der alten Handschelle, seine letzte Bekanntmachung: Jeder Bürger von Affalterthal erhält einen Gutschein über zwei Liter Bier, Bratwürste oder Brathähnchen.

Aus der Hand des Stellvertreters, Hans Prütting, erhielt Bürgermeister Hans Deuerlein anschließend die Ehrenbürgerschaft übertragen. Er ist damit der einzige Ehrenbürger von Affalterthal. In einem Grußwort bekräftigte Bundeswehrhauptmann Egon Trump, dass die Freundschaft  auch zum  Egloffsteiner Ortsteil Affalterthal bestehen bleiben solle. Landratsvertreter Lachmayer zeigte sich überzeugt, dass „es auch in Affalterthal weitergeht“.

Er gab die Anregung, einen Bürgerverein zu gründen, um die Interessen des Ortsteiles zu vertreten und den Gemeinschaftsgeist  weiter  zu   pflegen. Diese Anregung wurde aufgenommen: Spontan erklärten sich Männer und Frauen bereit, hier beizutreten. Bürgermeister Deuerlein versprach, die Fahne für den Bürgerverein aus eigener Tasche zu zahlen.

Deuerlein bedachte noch Pfarrer Hermann Weiler, dem er vorzügliche Zusammenarbeit bescheinigte, den Leiter des Posaunenchors, Hans Gemählich, FFW-Kommandant Richard Hermann,   Kriegervereinsvorstand Hans Hafner und Oberförster Heinz Förtsch mit Bierkrügen. Bis weit nach Mitternacht wurde gefeiert. Für Stimmung sorgte die Fränkische-Schweiz-Kapelle  unter  Leitung von Baptist Bauernschmitt. Für die Kinder hatte es Süßigkeiten gegeben. Im Ratsgremium von Egloffstein werden die Affalterthaler durch Hans Deuerlein und Hans Brütting vertreten sein.

NN vom 21.3.79 In Affalterthal gründete sich nun eigener  Heimatverein im FSV

Bewahrung der Traditionen

Nach dem Verlust der politischen Eigenständigkeit soll die kulturelle Integrität der Gemeinde gewahrt bleiben — Altbürgermeister Hans Deuerlein Ist Vorsitzender

AFFALTERTHAL (fp) — Zu allen Zeiten zeichnete sich Affalterthal als Ort einer praktizierten intakten Dorfgemeinschaft aus. Bis 1978 fand man sich im gemeinsamen Haus einer eigenen Gemeinde, nunmehr aber ist es an der Zeit, andere Zeichen zu setzen: der eigene Heimatverein soll alle einen, die sich in Liebe zur Heimat bereit finden, ihr Teil zu leisten. Altbürgermeister und Kreisrat Hans Deuerlein steht diesem Verein vor.

Den Anfang zu diesem Verein datiert man allerdings auf den 30. April 1978. Damals beendete die eigenständige Gemeinde ihre Tätigkeit und die an der Abschiedsfeier beteiligten Affalterthaler gaben sich das Ver­sprechen, allen Gewalten zum Trotz wenigstens ihr Schicksal in einem eigenen Heimatverein in die Hand zu nehmen. Am 17. März 1979 fand in Gegenwart von namhaften Gästen die Gründungsversammlung statt.

Deuerlein verhehlte nicht, was man in seiner einstigen Gemeinde empfinde. Entge­gen bestehender Regeln der Demokratie habe man die Gemeinde einfach aufgelöst. Nüchterne Zahlen hätten bei der Staatsbürokratie mehr gewogen als der Wille der Bürger. Man könne wohl gesetzlich ordnen, die Verant­wortung für die Heimat, zu pflegen und zu erhalten, die lasse man sich nicht aus der Hand nehmen. So bat er den anwesenden Hauptvorsitzenden des Fränkischen-Schweiz-Vereins, Fritz Preis, über die Notwendigkeit des Heimatvereins in der technisierten Zeit zu sprechen.

Preis führte aus, daß zu allen Zeiten sein Verein nur die Sorge um den bodenständigen Menschen, die Erhaltung des Reichtums des Landes, wie dieser seinen Niederschlag dort findet, wo noch das Echte, das Unverfälschte vorhanden ist, gekannt habe. Auch gelte es endlich zu begreifen, daß echte Qualitäten gleichzusetzen seien mit mindestens der Kur­eigenschaft eines Badeortes.

Man bejahte die Notwendigkeit eines eigenen Heimatvereins, der auch als Ortsgruppe dem Fränkischen-Schweiz-Verein sich anglie­dern wird. Eine neue Mannschaft wird in Affalterthal die Richtung bestimmen. Es sind dies: Hans Deuerlein 1. Vorsitzender, Erhard Höfling als Vertreter, Heidi Förtsch als Schriftführerin, Hans Vogel als Kassier, H. Gall als Wegewart. Als Beisitzer und Kassenrevisoren fungieren Wolfgang Alisch und H. Wengler. Einen eigenen Kulturreferenten wird man später noch bestellen.

Bürgermeister Hans Reichel überbrachte seine Grüße und Wünsche und stellte mit den Volksmusikgruppen von Obertrubach einen Freundschaftsbesuch in Aussicht. Man will nun an die Arbeit gehen. Wanderwege wer­den in Verbindung mit dem Hauptverein an­gelegt. Die vom Brauchtum geprägten Feste wird man weiterhin pflegen. So habe sich die Dreikönigswanderung sehr gut eingeführt und man habe auch ein eigenes Brunnleitenfest.